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Wildbienen an der Tribüne

22.04.2014

Bei den Bienen, die ich an unserer Tribüne erkennen konnte, handelt es sich um die sog. Sandbiene / Erdbiene  Andrena florea . Es gibt in Deutschland ca. 500 Wildbienenarten, von denen ca. 278 im Boden nisten. Diese Art sieht der Honigbiene sehr ähnlich, ist aber eine Solitärbiene, die kein Volk hat. Die Weibchen sind gleichzeitig auch Königin legen ihre Eier in Erdhöhlen, die sie selber graben. Dann kommt noch Nektar und Pollen dazu und die Höhle wird verschlossen.

Schwer zu verstehen ist für Laien auch die Tatsache, daß viele Arten gerade dort im Boden ihre Gänge und Nester anlegen, wo sie uns im Siedlungsbereich sehr durch den Menschen gefährdet erscheinen: an und sogar auf staubigen und häufig begangenen Wegen, an vegetationsarmen Böschungen oder auf nur locker bewachsenen Rasenflächen.
    Als Niststandort bevorzugt diese Bienenart vegetationsfreie oder -arme Bodenstellen, die z. B. durch Betreten verdichtet wurden, also etwa angeschütteten Rohboden, Spielplätze, Trampelpfade etc. Ihre Nester verschließt Andrena florea nur in heißen Mittagsstunden.
Der Grund für diesen "Wagemut" ist einerseits der, daß zu dichte Vegetation oder starke Vernässung ein Ausschlußkriterium für die Brutpflege ist. 
    Da Sandbienen in der Regel solitär leben und nisten und die meisten Arten nur eine Generation pro Jahr hervorbringen, ist eine Andrena-Art nur wenige Wochen im Jahr zu beobachten. Die meisten Arten fliegen im Frühjahr.

Zum Stechen: Die Solitärbienen - und auch die Honigbienen und Hummeln - wollen in der Regel nicht stechen, da ein Stich in die menschliche Haut ihren Tod bedeutet. Unsere Erdbienen sind noch weniger aggressiv. Sie stechen nur, wenn sie z.B. im Gras gequetscht werden. Ein Stich ist zwar schmerzhaft, jedoch sind keine Allergien bekannt. 

Resumee. Wir sollten keine unnötige Angst haben. Die Bienen sind nicht aggessiv und lassen sich leicht verscheuchen. Alle Bienenarten stehen unter Artenschutz. Die Nistmöglichkeiten gerade für Erdbienen nehmen in unserer Argrarkulturlandschaft ab, so dass es schön ist, daß wir auf unserem Gelände ein solches Hotel haben. 

Damit tut der TC auch was für den Umweltschutz!!!
 

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viele Grüße von Manfred Maiwald